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Zu Hause auf: Monkey Island

Und schon haben wir geflunkert wie ein Pirat – denn wer ist schon auf Monkey Island zuhause? Der Held (Antiheld) Guybrush Threepwood eindeutig nicht. Sein Nemesis Geisterpirat LeChuck ebenfalls nicht. Der sehr seltsame Herman Toothrot vielleicht, weil er seinerzeit hier gestrandet ist. Oder die vegetarischen Kannibalen.
Aber eins nach dem anderen…

 

Blick auf Melee Island


 
“Somewhere deep in the Caribbean…“
 
Monkey Island ist ein legendäres Adventure Spiel, das in fünf Teilen von Lucas Arts veröffentlicht wurde. 1990 erschien der erste Part „The Secret of Monkey Island“ von Erschaffer Ron Gilbert. Bereits 1991 kam „Monkey Island 2: LeChuck’s Revenge“ heraus. Die weiteren Teile wurden nicht mehr von Ron Gilbert produziert, da er Lucas Arts verließ – weshalb niemand erfuhr, wie er das äußerst rätselhafte Ende des zweiten Teils auflösen wollte (obwohl er sich noch immer um die Rechte bemüht, um „seinen“ geplanten dritten Part zu programmieren).

 
Worum geht’s: Kurz zusammengefasst
 
Zu Beginn von „The Secret of Monkey Island“ kommt der Held (oder eher Antiheld) Guybrush Threepwood auf Mêlée Island an – mit dem festen Plan, ein mächtiger Pirat zu werden. Der blinde Ausguck der Insel bescheinigt ihm jedoch eher das Aussehen eines Bodeninspektors (was auch immer das ist). Und damit sind auch schon Tonalität und weiterer Verlauf des Spiels festgesetzt.

Denn nun folgen mehrere Aufgaben, die der Spieler mit Guybrush bewältigen muss, um zum richtigen Piraten zu werden. Aus einem folgt das nächste und schließlich macht er sich auf den Weg zur legendären Affeninsel, wohin seine Angebetete, die hübsche Gouverneurin Elaine Marley, vom Geisterpiraten LeChuck entführt wird…

 

LeChucks Festung

 
Monkey Island ist ein Adventure-Spiel, das heißt, es gab keine Action-Sequenzen, keine schnellen Moves mit dem Joystick – stattdessen wurden mit der Maus Aufgaben bewältigt und Rätsel gelöst. Ron Gilbert erschuf dafür in den 80er Jahren das revolutionäre SCUMM-System, das 1987 erstmals im Spiel „Maniac Mansion“ zum Einsatz kam und das Rückgrat einer Reihe an legendären Adventures aus dem Hause Lucas Arts bildete. Im Wesentlichen stand dem Spieler eine bestimmte Auswahl an Befehlen zur Verfügung („Gehe zu“, „Benutze mit“, „Nimm“ „Rede mit“ etc.), die er auf seine Spielfigur, seine Umwelt und gesammelte Gegenstände anwenden konnte.

 
Legendär humorvoll
 
Der Grund, warum Monkey Island, aber auch die anderen SCUMM-Spiele – wie Loom, Maniac Mansion, Indiana Jones, Day of the Tentacle, Zak McKracken – allesamt Kult wurden, lag jedoch nicht nur in der Spielsteuerung, sondern zu großen Teilen im aberwitzigen Humor.

Beispiel: die Schwertkämpfe.
Monkey Island ist komplett gewaltfrei, doch in eine Piratenstory gehören natürlich Fechtduelle. Die Lösung: Während Guybrush und sein jeweiliger Konkurrent die Degen kreuzen, wird der Kampf über Beleidigungen ausgetragen – wer besser beleidigt bzw. verbal pariert, gewinnt.
„Du kämpfst wie ein dummer Bauer.“
„Wie passend. Du kämpfst wie eine Kuh.“

 

Fechtduell im Spiel Monkey Island


 
Zudem machten sich die Erschaffer rund um Ron Gilbert mehrmals im Spiel über das Spiel selbst lustig. Zum Beispiel als Guybrush Threepwood nach einer wiederholten, unvermeidlichen Niederlage im Schwertkampf meint „Ich habe das Gefühl, abgezockt worden zu sein“, sich zum Spieler dreht und ergänzt „du mit Sicherheit auch.“

 
Aus dem Bildschirm raus
 
Dieser Bruch der Spielrealität – das sogenannte „Break the 4th Wall“ – findet wiederholt statt: Figuren beschweren sich, dass sie nur Nebenfiguren des Spiels sind, oder machen sich über unrealistische Entwicklungen der Story lustig. Am Ende des ersten Teils sagt Guybrush zum Spieler vor seinem Computer, dass „Monkey Island“ seiner Meinung nach nicht 20 Dollar wert ist.

Viele der Pointen wurden in der realen Welt zu Running Gags – in den Freundeskreisen der begeisterten Spieler sowieso, aber auch in Massenmedien und diversen Unterhaltungsformaten.
Ein weiterer Klassiker gefällig?
Guybrush hebt nach zahlreichen Rätseln und Aufgaben endlich einen legendären Schatz. Der besteht aus …. einem T-Shirt mit der Aufschrift „Ich hab den Schatz von Mêlée Island gefunden, aber alles, was mir blieb, ist dieses T-Shirt.“

Auch typisch: die augenzwinkernden Referenzen zu anderen Adventure Spielen der Firma Lucas Arts. So zitiert Guybrush immer wieder Indiana Jones, sogar die Titelmelodie des Films kommt zum Einsatz, als er einmal eine Peitsche einsetzt.

 
Die Hauptcharaktere von Monkey Island
 
Liebe zum und Humor im Detail – davon sind auch die Hauptcharaktere geprägt. Das sind die Hauptfiguren des ersten Teils „The Secret of Monkey Island“:

Guybrush Threepwood
Der Antiheld der Story. Will ein mächtiger Pirat werden, sieht aber nicht furchterregend, sondern wie ein Bodeninspektor aus. Leicht trottelig, löst immer wieder unbeabsichtigt Katastrophen aus. Kann 10 Minuten die Luft anhalten.

Elaine Marley
Gouverneurin von Mêlée, Booty und Plunder Island. Beliebt, weil sie andauernd Partys feiert. Heiratet im Laufe der fünf Teile Guybrush. Sie zu retten ist Hauptantrieb der Story.

LeChuck
Böser Piratengeist. Schrecklich, aber auch sarkastisch. Bruder von Guybrush, wie sich in den späteren Teilen herausstellt – in Anlehnung an die Vater-Sohn-Geschichte von Darth Vader und Luke Skywalker. LeChuck will Elaine ebenfalls heiraten und entführt sie daher. Stirbt jedes Mal, kommt jedes Mal zurück – als Geist oder Zombie.

Stan
Genial-gestörter Second-Hand Verkäufer von nahezu allem – vom Sarg bis zum Schiff. Alles überteuert und in schlechter Qualität. Charakteristisch ist seine wilde Gestik, das Fuchteln mit den Armen.

Herman Toothrot
Einsiedler auf Monkey Island, ziemlich verrückt und seltsam. Gibt fast nur Absurdes von sich, wie z.B.: „Wenn ein Baum in einem Wald umfällt, und niemand da ist, der es hören kann, welche Farbe hat dann der Baum?“

Kannibalen
Ebenfalls recht verrückt; essen aus Sorge um ihre Gesundheit Gemüse statt Fleisch. Sind äußerst abergläubisch und etwas leichtgläubig. Alles in allem ziemlich lustig und sympathisch.

3-köpfiger Affe
Der Running Gag schlechthin: Immer wieder kann man als Guybrush in brenzligen Situationen mit feindlich gesinnten Figuren mit dem Ausruf „Hinter dir! Ein dreiköpfiger Affe!“ erfolgreich entkommen. Dann beginnt das seltsame Tier wirklich aufzutauchen – und keiner glaubt ihm mehr. Niemand außer der arme Threepwood sieht jemals das merkwürdige Tier.

 
Die legendärsten „Immobilien“
 
Nachdem wir das Zuhause von Guybrush Threepwood nicht besuchen können, da es unbekannt ist, stellen wir einfach die wichtigsten Immobilien im weiteren Sinne von „The Secret of Monkey Island“ vor:

Mêlée Island
 
– Piraten-Spelunke
Hier erhält Guybrush seine ersten Aufgaben gestellt, um ein richtiger Pirat zu werden. Urig eingerichtet, schmutzig, mit besoffenen Gästen – authentisch. Getränk des Hauses ist der eher lebensgefährliche Grog (Rezept unten!). Aber Achtung: Es versteckt sich so manches Geheimnis hier!

 

Piratenspelunke auf Melee Island

 
– Herrenhaus von Gouverneurin Elaine Marley
Von einem Rudel gefährlicher Pudel bewacht. Hier spielt sich der bizarrste Kampf ab, mit einem Nebenbuhler, den Guybrush u.a. mit einem Clown bekämpft. Trotzdem landet er an einen großen Idol-Kopf angekettet unter Wasser – eine gefährliche Situation, die einzige, in der die Figur wirklich sterben kann. Die Lösung, um sich zu retten: den riesigen Kopf in die Hosentasche einstecken. (Eine Pointe darüber, dass die Figuren in Adventure-Spielen unlimitiert Gegenstände mit sich herumtragen konnten).

 
Schlafende Pudel vorm Governor Mansion

 
– Second-Hand Schiff Sea Monkey
Ist zumindest vorübergehend das Zuhause von Guybrush und seiner zusammengewürfelten, äußerst demotivierten Crew. Das Schiff kann man sich nur nach geschickten Verhandlungen mit Stan leisten, danach bricht es gleich halb zusammen. Schließlich schießt sich Guybrush mit der Bordkanone ans Ufer von Monkey Island – später zerstört er die Sea Monkey unabsichtlich, wenn er das Katapult der Insel benützt.

 
Verkäufer Stan mit Schiff Sea Monkey

 
Monkey Island
 
– Kannibalenhütte
Im Dorf der Kannibalen liefert sich Guybrush wiederholt Wortgefechte mit den letzteren. Dabei nützt er immer wieder ihre Leichtgläubigkeit (Stichwort: dreiköpfiger Affe) aus. Als sie ihn schließlich einsperren, ist es ein Leichtes zu entkommen. Selbst als sie ihre Strohhütte mit einer Safetür verbarrikadieren – aus der Hütte führt ein Tunnel nach draußen.

 
Guybrush und Kannibalen

 
– Affenkopf zur Unterwelt
Keine Immobilie im eigentlichen Sinn, eher ein verstecktes Portal, Sinnbild für das Spiel und der Zeitpunkt, wo es eine düstere, dramatischere Wendung nimmt. Mit einem gigantischen Ohrenstäbchen öffnet sich der Kopf und man betritt die Unterwelt von Monkey Island, wo der Geisterpirat LeChuck in einem Labyrinth haust.

 
Affenkopf zur Unterwelt

 

 
Fun Facts
 
– Es gibt ein echtes Monkey Island: in Oklahoma, nahe Missouri und Kansas. Dabei handelt es sich um eine Halbinsel im Neosho River, der an dieser Stelle See-artig mehrere Kilometer breit ist.

– Monkey Island wurde 2014 von einer Theatergruppe in Halle aufgeführt.

– Die europäische Version von Monkey Island war aufgrund letzter Änderungen so im Verzug mit dem Versand, dass der Erschaffer Ron Gilbert am Gate eines Flugs nach London einem Unbekannten die Original-Disketten in die Hand drückte, die dann am Flughafen in London abgeholt wurden – heutzutage eher undenkbar.

– Es gibt zahlreiche Fans, die als Kinder durch das Spiel Englisch oder sogar zu lesen gelernt haben.

– Laut Ron Gilbert wurden auch schon Monkey Island Hochzeiten abgehalten.

– Mehrmals wurde er zudem gefragt, ob es für ihn okay ist, wenn ein Kind Guybrush getauft wird.

(Die letzten Fun Facts stammen aus einem sehr interessanten Eintrag von Ron Gilberts Blog (http://grumpygamer.com/monkey25), den er anlässlich des 25. Geburtstags von Monkey Island im September 2015 veröffentlichte.)

 
Kultige Rezepte aus Monkey Island
 
Mehrmals im Spiel muss sich Guybrush an Rezepten versuchen, um mit irrwitzigen Zutaten einen Trank zu brauen, der ihm bei der Lösung eines Rätsels hilft. Hier drei Beispiele:

Grog
Kerosin
Propylen-Glykol
Künstliche Süßstoffe
Schwefelsäure
Rum
Aceton
Rote Farbe
Scumm
Schmierfett
Batteriesäure
und/oder Pepperonis

Sicherheitshinweis: Vorsicht ätzend!

Rum-Rogers-Rum-Überraschung
1 Fass Rum
2 gewärmte Thermosflaschen Rum
1 Messglas Rum
3 Schuss Rum
1 Teelöffel Wermut
Cilantro

Die aufgeblähte Zecke
1 Tasse Tequila
2 Esslöffel Ahornsirup
1 Pfund Zucker
Saft von einem entgrätetem Lachs
5 Esslöffel Currypulver
2 Rüben
Cilantro

Tequila trinken. Übrige Zutaten kombinieren und wegschütten.

 


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Kategorie: Fiktive Immobilien