Gesamtreport

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht von Dienstag, 8. November 2011

Der Gesamtreport mit allen Details und Interviews

Mit dem Berufsbild eines Maklers gehen meist viele Klischees einher, wie beispielsweise der abzockende Immobilienhai, der einem nur das Geld aus der Tasche ziehen will und alles schön redet, nur, um ein Geschäft so schnell wie möglich abzuschließen. Auch ein gewisses Unverständnis von Abgebern und Suchern für die Tätigkeit an sich, aufgrund der fehlenden Transparenz („Sie sperren ja bloß die Tür auf!“), bekräftigt das vergleichsweise schlechte Image der Makler in der Gesellschaft. Deshalb wird oft versucht, einen Makler zu umgehen und auf eigene Faust als Privatabgeber eine Wohnung oder Haus zu verkaufen bzw. zu vermieten. Dies stellt sich jedoch öfters als schwieriger heraus als ursprünglich gedacht, wodurch erst bewusst wird, wie viel Arbeit und Know how hinter der Tätigkeit steckt. Schließlich wir dann doch ein Makler zu Rate gezogen.

Um in dem bestehenden Spannungsverhältnis zwischen Käufer und Verkäufer bzw. Mieter und Vermieter bestehen zu können, müssen Makler das gewisse Feingefühl für ihr Klientel besitzen. Dazu zählen vor allem eine hervorragende Menschenkenntnis und der entsprechende Umgang mit den Kunden. Auch ein hohes Maß an Flexibilität, Koordination und Geduld ist gefragt, um im Maklergeschäft erfolgreich zu sein und zu bleiben. Dabei muss der Makler immer auf hohem Niveau arbeiten und mit Kompetenz und Professionalität punkten, was für die Profis der Branche eine Selbstverständlichkeit ist. Die Legitimation eines Maklers von Seiten der Kunden ist oft erst dann gegeben, wenn dem Makler ein gutes Branchenwissen im Allgemeinen und eine Objektkenntnis im Besonderen zugeschrieben werden kann. Daher ist die Vorarbeit im Sinne von Einholung der Objektinformationen und Absprache mit den Abgebern eine ganz wichtige Voraussetzung und stellt auch einen wesentlichen Faktor für den erfolgreichen Abschluss dar. Dabei muss zunächst die Bestandsaufnahme eines Objekts vom Makler durchgeführt werden, wozu eine Besichtigung und Einschätzung der Immobilie notwendig ist. Im Zuge dessen müssen Fotos gemacht  und Informationen über das Objekt eingeholt werden, um es danach am Markt attraktiv präsentieren zu können, wie beispielsweise in Portfoliokatalogen oder auch auf Plattformen wie findmyhome.at. Im Laufe der letzten Jahre setzen fast alle Firmen auch auf die Präsentation ihrer Produkte auf der eigenen Website, wodurch alle notwendigen Informationen vom Kunden jederzeit eingesehen werden können. Dies gilt auch für die Immobilienbranche: Der Erstkontakt mit den Kunden wird erleichtert und die Möglichkeit einer persönlichen Erstsuche im Internet bereitgestellt. Die meisten Maklerunternehmen arbeiten mit speziellen Datenbank-Programmen, worin alle neuen Liegenschaften eingespeist werden. Mit Hilfe dieser Datenbanken können die Kunden schnell auf die neuesten Objekte des Unternehmens zugreifen und sich Erstinformationen beschaffen. Aufgrund der hohen Relevanz einer stets aktuellen Website und entsprechenden Objektbeschreibungen muss die Datenbank regelmäßig gepflegt und kontrolliert werden. Diese Aufgaben liegen auch in den Händen des Backoffice-Teams, welche die Makler in ihrer Tätigkeit unterstützen, häufig als Schnittstelle zwischen Makler und Kunde fungieren sowie bei der Bearbeitung von Internetanfragen und Terminkoordinationen behilflich sind.

Beim Erstkontakt zwischen Makler und Kunde findet zunächst meist ein Informationsgespräch über Eckdaten eines Objekts statt. Diese Gespräche finden täglich zwischen diversen Terminen der Makler statt und werden dennoch immer fachkundig ausgeführt. Häufig sind auch die Fremdsprachenkenntnisse der Makler, insbesondere Englisch, gefordert. Um den Kunden kompetent und professionell entgegen zu treten, ist es daher von Vorteil, mehrere Fremdsprachen flüssig zu beherrschen. Erst nach der ersten Kommunikation beginnt für viele Außenstehende Personen die eigentliche Tätigkeit eines Maklers, die aber bereits lange vorher begonnen hat. Denn wenn der Wecker in der früh klingelt, weiß Doris Kurzweil meist nicht, „…wie viele Termine es schlussendlich an diesem Arbeitstag wirklich werden und wann dieser zu Ende ist.“

Generell ist die Maklertätigkeit alles andere als ein „9 to 5“-Job, da es häufig im Laufe eines Arbeitstages zu diversen eingeschobenen Terminen und Arbeitszeitenverlängerungen kommt, wodurch Flexibilität gefragt ist. So kann es sein, dass die Makler nach dem ersten Termin des Tages, nur kurz ins Büro schauen können um schnell einige E-Mails zu beantworten, da es dann gleich weiter zur nächsten (ungeplanten) Besichtigung geht. Natürlich wird trotz des andauernden Zeitdrucks immer auf eine fundierte Vorbereitung gesetzt und die richtigen Materialien für potenzielle Besichtigungen mitgeführt. Damit es zügig zum nächsten Termin geht und wertvolle Zeit für Hintergrundtätigkeiten gespart wird, sind die meisten Makler mit dem Auto unterwegs und somit auch häufig auf Parkplatzsuche. Ist dieser gefunden, wird der Termin durchgeführt und danach steht oft gleich der nächste Termin im Kalender. Dazwischen versuchen die Makler so häufig wie möglich, ins Büro zurück zu kehren. Dort werden beispielsweise Anfragen beantwortet, weitere Termine vereinbart, neue Liegenschaften und Fotos in die Datenbank aufgenommen oder sich mit anderen Kollegen beruflich ausgetauscht, bevor der nächste Termin ansteht. Doch bevor es zunächst zu einem Besichtigungstermin kommt, muss dieser nach dem Erstkontakt erst fixiert werden. Diese Termine werden häufig innerhalb eines Tages erst vereinbart oder einige Male verschoben bzw. eingeschoben. Hier stellt häufig der Faktor Zeit eine Herausforderung dar, da laut Elke Kürzl-Tronner „…die Dauer einer Besichtigung oft nur schwer einzuschätzen ist und der Kunde immer das Gefühl bekommen soll, dass genügend Zeit vorhanden ist.“ Dies muss schon allein deswegen gewährleistet werden, damit sich der Kunde wohl fühlen und die Atmosphäre der Immobilie entspannt aufnehmen kann. Außerdem sollen den persönlichen Eindrücken und Vorstellungen genügend Raum gelassen werden. Natürlich muss der Makler immer für Fragen zur Verfügung stehen und Lösungsvorschläge bieten können – trotz des meist ständigen Klingeln des Smartphones. In diesem Sinne ist die Multitaskingfähigkeit eines Maklers gefragt, da sich viele Tätigkeiten zeitlich überschneiden und der Kunde trotzdem immer kompetente Informationen erwartet. Außerdem gibt es keine vorgegebenen Arbeitszeiten, da vor allem Besichtigungstermine häufig erst am späten Nachmittag oder Abend bzw. auch am Wochenende stattfinden. Dies gehört natürlich auch zu einem umfassenden Kundenservice und wird von den Maklern gerne angeboten. Eine hervorragenden Koordinations- und Organisationsfähigkeit ist faktisch unumgänglich, damit sichergestellt werden kann, dass bei ausnahmslos allen (potenziellen) Verkäufern, Käufern, Vermietern oder Mietern jedes Telefonat und Beratungsgespräch jederzeit fachkundig durchgeführt werden kann. Um eventuell auch andere Liegenschaften anbieten zu können, ist bei den Besichtigungen die Mitnahme eines Objektspiegels und der Hinweis auf die Zugehörigkeit zu nationalen bzw. internationalen Netzwerken gängige Praxis. In Bezug auf Besichtigungen ist es wichtig zu erwähnen, dass, laut Birgita Ehrenberger, „…es zwar Fälle gibt, wo bereits EIN Besuch zu einem Abschluss führt, jedoch normalerweise zahlreichen Besichtigungen stattfinden, bevor das Objekt verwertet ist und der Käufer bzw. Mieter seine neues zu Hause beziehen kann.“ Um über ein Objekt gut zu informieren und zu erklären, wie sich alle Kosten zusammensetzen, sowie bei Kauf- oder Mietverträgen behilflich zu sein, benötigt es nicht nur ein informelles, sondern auch ein rechtliches Wissen. Dies betont vor allem Peter Marschall, „da es essentiell ist, eine kompetente Rechtsberatung zu gewährleisten und diese natürlich immer auf den Kunden anzupassen.“

Von besonderer Wichtigkeit der Maklertätigkeit ist die Aufklärungsarbeit, da ein wesentliches Problem des eher negativen Rufes der Makler häufig – wie bereits erwähnt – aus der fehlenden Transparenz des Berufsstandes resultiert. So muss beispielsweise das Spannungsverhältnis zwischen Abgeber und Käufer bzw. Mieter diplomatisch geregelt werden und die eigene Position als vermittelnde Instanz legitimiert werden. Dies gelingt nur mit einer umfassenden Informationstätigkeit, die auf individuelle Bedürfnisse abzielt und an den Kunden angepasst ist.

Wenn alle genannten Anforderungen beachtet werden und in das Selbstverständnis jedes Maklers bzw. Maklerunternehmens einfließen, dann wird ein gutes Image der Branche begünstigt. Dies geschieht größtenteils bereits heute und ist in allen bekannten seriösen Maklerunternehmen im Zielsetzenden Leitbild implementiert. Mit Hilfe einer professionellen Arbeitsweise auf hohem Niveau mit erkennbarem Mehrwert für den Kunden können die heute noch existierenden „schwarzen Schafe“ vom Markt gedrängt und das Image der Maklerbranche langfristig aufgewertet werden.