Begrünte Architektur

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht von Montag, 18. Juli 2011

Begrünte Dächer sind nichts weltneues, schon die Wikinger begrünten ihre Dächer!
Aber vertikale Fassadenbegrünung?

Im Rahmen des Hausboots haben wir bereits die innovative Firma Mikrohaus mit ihrem außergewöhnlichem Floating Home vorgestellt.
Im Hintergrund steht die Kompetenz einer 103-jährige Tradition in der Schlosserei (Gebrüder Haas) mit langjähriger Erfahrung im Metallbau. Die Firma TechMetall, die als Handelsunternehmen für das Mikrohaus fungiert, wurde im Jänner 2007 gegründet.
Das Mikrohaus wurde vom Geschäftsführer der Gebrüder Haas GmbH, Herrn Ing. Wolfgang Haas, unter folgenden Rahmenbedingungen geplant und entwickelt:
Mobilität, Energieeffizient, Fundamentlosigkeit (kein mit dem Grund verbundenes Betonfundament), Wohnkonzepte ab 28m² Wohnfläche, flexible Erweiterung von Wohnraum durch Koppelung (in der Ebene beliebig, 1x als Stock) und vielfältige Anwendungsfälle von Wohnen, Büro bis hin zu Shops & Hotelappartements.
Die hohen Qualitätsanforderungen an das Mikrohaus werden durch qualitativ hochwertige Produkte von renommierten Firmen sichergestellt.
Auch bei der Auswahl der Immobilienvermittlung hat Mikrohaus in Royal Trust den idealen Kooperationspartner gefunden. Zusammen wurde neben zahlreichen Mikrohäusern auch bereits 2 Floating Homes erfolgreich vermittelt.

Einen kleinen Schönheitsfehler hatte das Mikrohaus jedoch am Anfang, die eher schmucklosen Längswände. Kunden fragten, ob es nicht möglich sei, die Außenwände mit einem Rankgerüst für Pflanzen zu verschönern. Somit hat der Kunde seinen eigenen Küchenkräuter gleich neben der Küchentür an der Wand.
Das war die Geburtsstunde der begrünten Außenwände für Mikrohäuser. Sogleich wurde an einem Entwurf für einen vertikalen Kräutergarten gebastelt.

Neue Herausforderungen
Der nächste Schritt war bestehende Wände zu begrünen. Das stellte die kreativen Köpfe von Mikrohaus bzw. TechMetall vor einige Herausforderungen. Eine von hinten belüftete Konstruktion musste her und ein geeignetes Trogsystem, welches allen Anforderungen der Bauphysik entspricht, entwickelt. Die Innovationen wurden auch gleich patentrechtlich geschützt.

Parallel lief eine Zusammenarbeit mit der Universität für Bodenkultur, um eine optimales Pflanzenspektrum zu entwickeln. Das Resultat: es wurden mehr als 60 geeignete Pflanzenarten gefunden, die den Anforderungen Genügsamkeit und Frostresistenz entsprechen und eine Wachstumshöhe von 60 cm nicht überschreiten.
Trotz all dieser innovativen Ideen und deren Umsetzung musste die vertikale Gartenbetreuung noch gelöst werden. Ein pflegeleichtes System der BOKU versprach Abhilfe:
Die Pflanzen werden in einem Beet aus Ziegelsplitt mit einer Vlies-Unterlage für entsprechende Nährstoffe eingebettet. Die Bewässerung erfolgt bequem durch Regenwasser.
Ein Wartungsgang zwecks Nachdüngung und Entfernung aller vom Wind angetragenen Fremdgewächse muss jedoch jährlich durchgeführt werden.

Bei der Planung für größere Fassaden wurde die Möglichkeit einer künstlichen Bewässerung mittels Tropfschläuche, die bei Bedarf UV beständig montier werden und automatisch die Wasserversorgung übernehmen, kreiert. Mittels diesem ausgeklügeltem Bepflanzungssystem ist es auch möglich ganze Dächer zu begrünen. Einerseits mittels Aufbau auf einer Festkörperdränageplatte „basic“ mit einer Schichtstärke von ca. 10 cm und einer Wasserspeicherung von ca. 35 Liter pro Quadratmeter, was eine höhere Pflanzenvielfalt zur Folge hat, oder ohne der Festkörperdränageplatte. Die Schichtstärke bleibt gleich, jedoch ist die Wasserspeicherung nur mehr bei ca. 20 Liter pro Quadratmeter, was zu einer geringeren Pflanzenvielfalt als bei der ersten Variante führt.

Vorteile der vertikalen Fassadenbegrünung
Die begrünten Außenflächen stecken voller Vorteile, abgesehen davon, dass sie ein absolute optisches Highlight sind:
Neben der optischen Aufwertung schirmt die Begrünung auch die Hitze ab und wirkt klimatisierend. Eine Verbesserung der Kleinklimas und des Schallschutzes durch die Dämpfung des Lärmpegels sind ebenso gegeben, wie ein natürlicher Regen- und Windschutz.

Das Kanalisationsnetz wird ebenfalls durch die begrünten Flächen entlastet, da pro Quadratmeter Fassade bis zu 40 Liter Wasser gespeichert und zurückgehalten werden können.
Das schönste ist jedoch, dass durch die Außenbegrünung der Natur wieder der Teil zurück gegeben werden kann, welcher die Hausgrundfläche wegnimmt.

In Wien steht einer der europaweit größten begrünten Fassaden, das absolute Herzstück und Pilotprojekt der Firma Mikrohaus. Wo und welches Gebäude es genau ist, wie viele Pflanzen dafür benötigt wurden und warum gerade Mikrohaus den Auftrag erhielt, verraten wir hier!