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Der Nouvel Tower
Interview mit Dipl. Arch. ETH Martina von Tippelskirch - UNIQA Immobilien Service - Mitglied der Projektleitung Praterstraße 1
„Nouvel Tower“ - stilwerk & Sofitel Vienna Stephansdom
Projektleiter „Nouvel Tower“: DI Ernst Morgenbesser, Geschäftsführer UNIQA Immobilien Service

„Einrichtung, Design, Lifestyle und Trends mitten in der Stadt“

Sehr geehrte Frau Dipl. Arch. ETH von Tippelskirch, erzählen Sie kurz etwas zu Ihrer Person - Sie haben in Zürich auf der ETH Architektur studiert.
F: Wie sind Sie zu Ihrem jetzigen Job gekommen und was ist dazwischen passiert?

A: Ganz richtig, nach meinem Abschluss auf der ETH Zürich arbeitete ich zunächst in der Planung bei einem Architekten in Wien und wechselte danach ins Projektmanagement. 2005 brachte mich dieser Job in die Organisation des Architekten-Wettbewerbs für die Praterstraße 1. Nach Abschluss des Wettbewerbs bekam ich das Angebot von UNIQA für die Projektleitung der Praterstraße 1 zu arbeiten, was ich natürlich sehr gerne angenommen habe, da es eine große Chance ist, an so einem Projekt vom 1. bis zum letzten Tag an mitzuarbeiten.

Anfang Dezember 2010 eröffnete das momentan wohl spektakulärste, architektonische Meisterwerk Wiens: der „Nouvel Tower“ mit dem Kaufhaus für Einrichtung, Design und Lifestyle „stilwerk“ (04. Dezember 2010) und dem Luxushotel „Sofitel Vienna Stephansdom“ (am 13. Dezember 2010) in der Praterstraße 1, 1020 Wien.
F: War der Standort bzw. die Adresse ausschlaggebend?

A: Der Standort war vorgegeben. Nach Fertigstellung des UNIQA-Towers und dem Umzug der UNIQA-Konzernzentrale entfiel der eigentliche Nutzen des alten Bundesländer Hauses. Studien für potenzielle Nachnutzungen des Gebäudes wurden durchgeführt. Aber auf Grund des technischen Zustands und der Nichterfüllung der heutigen Sicherheitsstandards wurde die wirtschaftliche Abbruchreife des Gebäudes festgestellt.

Im Spätsommer 2005 entschied ein Wettbewerb über das zukünftige Design der Praterstraße 1.
F: Warum wurde gerade Jean Nouvel, einer der innovativsten und produktivsten Architekten, mit diesem Projekt beauftragt und womit überzeugte sein Entwurf am meisten?

A: Der Wettbewerb wurde in enger Zusammenarbeit mit der Stadt Wien durchgeführt und Jean Nouvel überzeugte sowohl mit seinem Design als auch mit der städtebaulichen Anbindung des Gebäudes. Das Sockelbauwerk fügt sich sehr gut in die umliegende Blockrandbebauung ein und der daraus wachsende Turm baut eine Beziehung zum News-Tower auf, gemeinsam bilden sie ein Tor zum 2. Bezirk. Die Westfassade des Gebäudes neigt sich etwas nach Außen; Nouvel nannte es die Verneigung vor Architekt Hans Hollein.
Das Design von Jean Nouvel überzeugte vor allem durch seine einzigartige Idee der Lichtdecken, den vielseitigen Fassaden, seiner Konsequenz in der farblichen Gestaltung und der grünen Wand.
Einfach gesagt: sein Gesamtkonzept ist ein Gewinn für die Stadt und den gesamten 2. Bezirk!


F: Gab es ungeahnte Schwierigkeiten auf Grund der ausgefallenen Architektur?

A: Ich würde es Herausforderungen nennen, aber ja! Die Konstruktion bzw. die Statik des Turms war wohl eine der größten Herausforderungen, es ist der 1.Stahlbau eines Hochhauses, der in Österreich verwirklicht wurde. Der Kern des Gebäudes liegt exzentrisch, und die Last des Turms wird durch den Kern und 2 Stahlpylone getragen. Die dadurch entstehende unterschiedliche Lasteinwirkung konnte nur durch eine vertikale Vorspannung des Kerns beherrscht werden.Der 6. und 7. Stock wurde zwischen dem Kern und den Stahlpylonen als 2-geschossiger Fachwerkträger ausgebildet, um den darunter liegenden 3-geschossigen Luftraum - den Wintergarten - zu überspannen. Einer der Höhepunkte auf der Baustelle war, als im Februar 2008 dieses am Boden zusammengeschweißte 1600 Tonnen schwere Stahlfachwerk in seine Position in 30 m Höhe mit Hilfe von Hubpressen gehoben wurde.
Weitere Herausforderungen im Ausbau waren die Konstruktion der Lichtdecken, es handelt sich hier um Prototypen, die eigens für das Projekt entwickelt wurden. Ein weiterer Prototyp sind die horizontalen und vertikalen Schiebeläden an den Fassaden im Süden und im Westen der Hotelzimmer.–Es war ein Wunsch von Jean Nouvel dem Reisenden hier die Möglichkeit zu geben den Ausblick, je nach Belieben unterschiedlich “einrahmen“ zu können.


Exklusive Besonderheiten im Inneren:
Jean Nouvel hat sich für dieses Projekt, das der zeitgenössischen Kunst gewidmet ist, mit jungen Talenten umgeben.
F: Was hat es mit den „leuchtenden Decken“ von Pipilotti Rist, eine Schweizer Videokünstlerin, auf sich?

A: Die einzigartigen Lichtdecken waren von Anfang an fixer Bestandteil des Entwurfs und verschaffen dem Gebäude vor allem in der Dämmerung und der Nacht eine unglaubliche Präsenz im Stadtbild. Sie bewirken einen großen Kontrast in der Tag- und Nachtwirkung des Gebäudes. Die Motive sind Fotoarbeiten von Pipilotti Rist. Die insgesamt 3 Lichtdecken bestehen aus einzelnen Paneelen, die mit einer bedruckten Folie bespannt sind und von Neonröhren hinterleuchtet werden. Die einzelnen Paneele sind für Wartungs- und Reinigungszwecke klappbar. Im Wintergarten wurden dafür sogar eine eigene Befahranlage entwickelt um über den Luftraum die Decke erreichen zu können. In die Decken des Wintergartens, sowie des Dachgeschosses, sind zusätzlich LED-Felder eingebaut, zu sehen sind farbig und lebendig gestaltete Videos von Pipilotti. In der Schrägfassade des Wintergartens ist ein Kaleidoskop integriert, das eine vertikale Verbindung von der Lichtdecke bis ins Erdgeschoss bildet und mit Hilfe von verspiegeltem Glas das Licht und die Bilder der Decke bis in das Erdgeschoss projiziert.

F: Nicht nur Licht und Farben spielen eine große Rolle, auch die Natur ließ Nouvel in seinen Entwurf einfließen. Wie entstand die „grüne Wand“ von Patrick Blanc?

A: Der Franzose Patrick Blanc ist Spezialist für vertikale Gärten und arbeitete bereits mehrere Male mit Jean Nouvel zusammen. Die „grüne Wand“ ist 600 m2 groß und mit ca. 20.000 Pflanzen eine mehrschichtige, patentierte Konstruktion; Vliese mit „Taschen“ - in denen sich die Pflanzen befinden - sind auf Platten gespannt; die auf einer Stahlkonstruktion fixiert sind. Hinter den Vliesen wurde ein aufwendiges, computergesteuertes Bewässerungssystem integriert, das die Pflanzen sowohl mit Brunnenwasser als auch den notwendigen Nährstoffen versorgt.
Da Patrick Blanc bisher nicht mit dem Klima von Wien vertraut war, haben wir im Vorfeld eine Musterwand gebaut um die hier verwendeten Pflanzen testen zu können.


„stilwerk“ - Kaufhaus für Einrichtung, Design und Lifestyle
Auf einer Gesamtverkaufsfläche von ca. 6.000 m² finden sich 29 inhaberbetriebene Geschäfte
F: Nach welchen Kriterien wurden diese Unternehmen ausgewählt?

A: Vorrangig ist natürlich die Qualität und der Mietermix, um dem Kunden eine ansprechende Produktauswahl in einem besonderen Ambiente bieten zu können und eine Synergie für das gesamte Haus zu schaffen, in der sich der Anspruch eines 5-Sterne Luxushotel der Extraklasse mit einem hochwertigen Einkaufszentrum für Design und Lifestyle verbindet.
Als Plattform für internationales Design bietet stilwerk ein hochklassiges Markenangebot aus den Bereichen Einrichtung und Wohndesign an. Sie finden hier Designmöbel, Wohnaccessoires, Büro- und Objekteinrichtung, Geschenkartikel, Bodenbeläge, Küchen, Badeinrichtung, Beleuchtung und vieles mehr, alles unter einem Dach!


F: Besteht noch die Möglichkeit, eine Verkaufsfläche zu mieten?

A: Ja, derzeit haben wir noch einige Shopflächen zu vermieten, gerne sind uns Interessenten mit Qualität und fehlenden Marken willkommen. Unser Partner Stilwerk unterstützt uns bei der Vermietung und der Mieterauswahl, die Mietverträge werden mit der UNIQA abgeschlossen.

„stilwerk“ hatte bereits in Düsseldorf, Hamburg und Berlin enormen Erfolg mit der Philosophie „Kooperation statt Konkurrenz“ - diverse informative Ausstellungen, Trendtalks, die das Design, den kulturellen Kontext und die Personen thematisieren, die hinter den angebotenen Produkten stehen.
F: Wird es solche Events bei uns in Wien ebenfalls geben?

A: Wir haben hier im Stilwerk ein eigenes Centermanagement das in engem Kontakt mit Stilwerk Deutschland steht und in Zusammenarbeit mit den deutschen Kollegen ein für Wien zugeschnittenes Konzept erarbeitet. Geplant sind kulturelle Veranstaltungen, Ausstellungen und Trendshows alles rund um das Thema Design.

„SOFITEL Vienna Stephansdom“ - das neue Luxushotel mitten in der Stadt unter Führung von William Haandrikman, der Holländer ist seit langem fixer Bestandteil des Sofitel-Teams.
F: Was macht das Hotel so luxuriös und exklusiv?

A: Sofitel ist die einzige französische Luxusmarke in der Hotelbranche, die an 120 Standorten auf allen 5 Kontinenten - in fast 40 Ländern - vertreten ist. Dieses einzigartige Gebäude revolutioniert das „traditionelle“ Hotel - es wird zweifellos das Vorzeigehotel von Sofitel in Europa. Jean Nouvel bezeichnet es als „Stück Stadtarchitektur, das in Wien einmal als Orientierungspunkt dienen wird“. Allein das monochrome Design des gesamten Gebäudes zieht sich wie ein roter Faden von den Fassaden bis hin zur Einrichtung der Hotelzimmer: reines Weiß in den nördlich ausgerichteten Zimmern, kühles Grau in den Süd-Zimmern, Suiten in Schwarz und Weiß gehalten und 3 „Sofitel Black Suiten“ - vollkommen in samtigem Schwarz.

Wellness & Fitness mitten in der Stadt - „So SPA“ und „So FIT“ werden erst Anfang April eröffnet.
F: Was können wir erwarten?

A: Auf insgesamt 745 m2 findet sich ein Fitness Studio mit Cardiogeräten, 2 Hammams, 2 Whirlpools, Ruheräume und 5 Körperbehandlungsräume, in denen man bei einer wohltuenden Massage so richtig entspannen kann.

F: Welche Möglichkeiten bietet das Luxushotel für Event, Tagungen und Veranstaltungen?

A: Neun Konferenzräume, die je nach Bedarf angepasst werden, mit modernster Technik und Tageslicht stehen zur Verfügung.

F: Wie viele unterschiedliche Zimmerkategorien sind vorhanden und welche Ausstattung findet man in den Hotelzimmern vor?

A: Es gibt gesamt 182 Zimmer, davon 26 Suiten. Sämtliche Zimmer bieten Breitband-
Internetanschluss, Flachbildschirme, Wave Music System von Bose, Nespresso Kaffeemaschine, Bad mit separater Dusche, Badeartikel von Hermès und neben einem herrlichen und individuell gestaltbaren Ausblick noch mehr.


Kulinarische Verführung der Sinne über den Dächern von Wien.
F: Was können Sie mir über „Le Loft“ erzählen?

A: Das 18. Stockwerk ist das Highlight des Nouvel Towers; hier findet man einerseits „Le Loft“ Bar & Lounge als auch „Le Loft“, das öffentliche Restaurant.
Die Bar bildet das Zentrum und ist durch ein Podest erhöht; von hier hat man einen beinahe 360° Blick auf Wien. Die Tische sind fast kreisförmig um die Bar platziert, um den Restaurantgästen einen atemberaubenden Ausblick zu sichern.
In der Lobby des Hotels ist „Le K-FÉ“ die Hotelbar bzw. das Hotelkaffee.


F: Sind in Zukunft weitere Projekte geplant?

A: Zur Zeit gibt es nichts Konkretes! Der UNIQA-Tower war bereits ein Sonderprojekt, jetzt war gerade erst die Eröffnung des Nouvel Towers - das reicht im Moment. (lacht)

F: Zum Abschluss - was gefällt Ihnen persönlich am besten von dem gesamten Projekt?

A: Das ist schwierig zu beantworten, es gibt für mich viele außergewöhnliche Details in diesem Gebäude, aber das 18. Stockwerk ist sicherlich etwas ganz Besonderes, auch für den Besucher von außen. Vor allem abends, wenn man dort oben - über den Dächern Wiens – sitzt und den unglaublichen Ausblick genießen kann. Besonders faszinierend finde ich, dass sich die Lichtdecke in den Fassaden widerspiegelt und mit den Lichtern der Stadt zu verbinden scheint; das ist eine einzigartige Atmosphäre dort oben!

Vielen Dank für das Interview.