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Soravia will Sofiensälen neues Leben einhauchen
Die Brandruine der "Sofie" wurde von der Soravia-Tochter Ifa gekauft.
Diese plant, bis 2013 am Areal 90 Wohnungen errichten zu lassen
Wien - Seit die geschichtsträchtigen Sofiensäle am 16. August 2001 bei einem durch Flämmarbeiten am Dach verursachten Großbrand in Schutt und Asche zerfielen, wogte der Streit um Wiederaufbau, Abriss, Verkauf sowie Denkmalschutz der Ruine hin und her. Jetzt scheinen für die insgesamt 11.700 m2 umfassende Nutzfläche im dritten Wiener Gemeindebezirk Nägel mit Köpfen gemacht zu werden. Die Ifa Finanzgruppe, eine Tochterfirma der Soravia Group, erwirbt das Gelände zur Gänze vom bisherigen Eigentümer Arwag. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Die Ifa will realisieren, was sich die Wohnbaugesellschaft Arwag schon im Jahr 2007 vorgenommen hatte: Bis 2013 sollen hier 90 Wohnungen mit Tiefgarage errichtet werden. Die Arwag, die seinerzeit rund 200 frei finanzierte Eigentumswohnungen avisierte, will nun zusätzlich auf dem benachbarten Bauplatz 60 neue Wohnungen bauen.

Die denkmalgeschützten Gebäudeteile (dazu zählen die nach dem Brand verbliebene Fassade, Foyer sowie der große Saal der "Sofie") werden in das Projekt integriert. Der Saal soll einer "zeitgemäßen kulturellen Nutzung zugeführt und so weiter für die Öffentlichkeit zugänglich sein", kommentiert Erwin Soravia, Chef der Soravia Group. Den Angaben zufolge gibt es derzeit auch Gespräche über eine mögliche Kooperation mit einer Bildungseinrichtung. Dazu sollen sich auf 1300 m2 ein Restaurant, ein Kaffeehaus sowie Geschäftsflächen gesellen.

Hotelpläne vom Tisch

Etwaige Hotelpläne scheinen endgültig vom Tisch zu sein. Die ursprüngliche Idee, ein Hotel zu errichten war - auch bedingt durch die allgemein geänderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen - "nicht realisierbar", begründete ein Arwag-Sprecher den Verkauf. Das Unternehmen, an dem auch Stadt Wien und Bank Austria beteiligt sind, hatte die Brandruine 2006 zu einem bis heute unbekannten Kaufpreis von der Sofiensäle AG übernommen.

Der Baubeginn ist für das zweite Quartal 2011 fixiert, die Fertigstellung ist bis Ende 2013 geplant. Investiert werden sollen rund 22 Millionen Euro.

Die Sofiensäle waren 1838 als Dampfbad eröffnet worden. Zehn Jahre später wurden sie durch das Architektenpaar Eduard van Nüll und August Siccard von Siccardsburg in das damals größte öffentliche Veranstaltungslokal Wiens umgestaltet. (kat, APA, DER STANDARD, Printausgabe, 6.9.2010)
Quelle: [url]http://derstandard.at/1282978957757/Neue-Plaene-Soravia-will-Sofiensaelen-neues-Leben-einhauchen[/url]