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Minimalismus mit Stil - Luxus-Interieur.
Glas, Metall und Holz sind gefragt, weiße Wände - und Bodenständiges.

Wie entstehen Wohntrend? Alfred Hager, Chef des gleichnamigen Planungsbüros in Kitzbühel, hat eine ernüchternde Theorie: "Heute sagt jeder, kahle weiße Wände sind schön. Daran sind nicht die Designer schuld, das liegt an den Preisen." Man erkläre eben das zum Ideal, was man sich gerade noch leisten könne.
Wenn das stimmt, hat sich ausnahmsweise Otto Normalverbraucher als Trendsetter durchgesetzt. Und jene, bei denen Geld keine Rolle spielt, folgen brav. Minimalismus sei auch in der Oberliga "in", bestätigt Hager. Metall, Glas, Holz, spartanisch und schlicht. Die Unterschiede: "Man nimmt Massivhollz, keine Spanplatten. Und wenn schon Fliesen, dann aus Marmor oder Granit." Außerdem sei wirklich schönes Design immer teuer - auch im modernen Stil. Karlheinz Sandler, Geschäftsführer der Raiffeisen Leasing Immobilienmanagement GmbH - die gerade einen Luxus-Dachgeschoßaufbau am Wiener Kohlmarkt vermarktet - beschreibt die Wünsche seiner Kunden ähnlich: "Dunkle Parkettböden oder helle Steinböden, gemalte weiße Wände mit Farbakzenten." Und raumhohe Türen, viel Glas, großformatig verflieste Bäder. Gefragt seien edle Materialien, Design gehe vor Funktionalität.

Hang zum Lokalkolorit

In Orten wie Kitzbühel kommt ein Aspekt dazu, mit dem sich Wiener Designer kaum herumschlagen müssen - der Hand zum Lokalkolorit. "Eine Zeitlang hat man sich überall im italienischen Stil eingerichtet", erzählt Hager. "Heute will man auf Mallorca mediterran wohnen und in den Alpen alpenländisch." Abwedhselnd, jeweils für ein paar Wochen oder Monate im Jahr.
Der Wunsch nach alpenländischem Flair drückt sich in mehr oder weniger starken Anflügen von Landhaus-Gemütlichkiet aus, bis hin zur stilechten Bauernstube in einem sonst modern-minimalistisch gestalteten Domizil. Im Rest des Hauses vesucht man dann meist, einzelne Stilelemente beizubehalten, etwa indem man bodenständige Holzarten, wie Fichte oder Eiche, anstelle seltener Edelhölzer verwendet. Zu billig? Auch kein Problem. Das lässt sich durch aufwendigere Verarbeitung wettmachen. Sie gesagt, Design kostet. Auch modernes.

Quelle: Die Presse, 18. November 2006