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Neuer Stadtteil auf Schiene

Die Bombardier-Gründe in Floridsdorf werden ab 2008 neu bebaut

Noch herrscht Betrieb in den Hallen des kanadischen Schienenfahrzeugherstellers Bombardier in der Donaufelder Straße 73-79 in Wien-Floridsdorf.
Doch nach dem Umzug in das neue Werk, das im November 2007 im benachbarten 22. Bezirk fertig gestellt wird, wird das Gelände frei für "einen neuen Stadtteil", sagt Rudolf Schicker, Stadtrat für Stadtentwicklung. Am Montag stellte er Pläne dazu und das Siegerprojekt von Architektin Claudia König vor. Die Vorgaben, welche die Stadt an die am Wettbewerb beteiligten Architekturbüros stellte, waren strikt. So musste neben Wohnungen, einer Volksschule und einem Kindertagesheim auf eine "geschlechtersensible Gestaltung" von Frei- und Grünräumen, Barrierefreiheit und andere Kriterien geachtet werden.
Insgesamt werden auf dem ehemaligen Industriegelände ab 2008 von den Wohnbaugesellschaften Gesiba und Heimbau fünf Hektar neu bebaut. 700 "flexibel gestaltbare" Wohneinheiten mit Freiräumen wie Loggien, Terrassen oder Dachgärten sowie eine 7000 Quadratmeter große Parkanlage sollen für eine hohe Wohn- und Lebensqualität "jenseits der Donau" (vom Rathaus aus gesehen, Schicker) sorgen.

Kriterium Erdgeschoß
Der großzügig eingeplante Grünraum war auch für Jury-Vorsitzenden Albert Wimmer ausschlaggebend dafür, Königs Planung aus den sechs eingereichten Vorschlägen zu wählen. Denn ob eine Stadt spürbar und erlebbar sei, "entscheidet sich im Erdgeschoß", sagte er, und damit seien nicht die Garagenzufahrten und Müllräume gemeint.
Vergangenes Jahr wurde der Wettbewerb ausgeschrieben, im Juli fiel die Entscheidung. 2010 sollten schon die ersten Mieter einziehen können, sagte Herbert Binder, Leiter der Magistratsabteilung 21B für Flächennutzung. Das Besondere an der neuen Siedlung sei, dass sie die Stadtteile Floridsdorf und Donaustadt verbinde. Die Straßenbahnlinie 26 werde ab dann öfter fahren und eine weitere Linie werde auch in Betrieb genommen, sagte Binder zur geplanten Verkehrsan- und Verbindung zwischen Floridsdorf und Kagran (Donaustadt).
Laut Ewald Kirschner, Generaldirektor der Gesiba, wird das Gesamtprojekt zwischen 70 und 75 Millionen Euro kosten. Ungefähr 40 Prozent werde die Stadt an Wohnbauförderung zuschießen. Im Herbst werde noch ein Bauträgerwettbewerb ausgeschrieben, der bei einer Größenordnung ab 300 Wohnungen verpflichtend sei. Das Areal ist seit 1868 Industriegelände. Damals wurden noch Kutschen produziert.

Quelle: Der Standard, 22. August 2006 - Marijana Miljkovic